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Insights

Location Intelligence neu gedacht: Google Places Insights im Experten-Interview

Wie BigQuery, Data Clean Rooms und 300 Millionen POIs strategische Standortentscheidungen verändern: Unser Google Maps-Experte Phillipp Lauser beantwortet die wichtigsten Fragen zu Googles Datenschatz.

Wer im B2B-Vertrieb, im Retail oder in der Immobilienbranche fundierte Standortentscheidungen treffen will, stand bisher vor einer Herausforderung: Daten aus klassischen Branchenregistern veralten schnell, und das großflächige Auslesen von Online-Karten ist rechtlich riskant. Mit Google Places Insights bietet Google nun eine Lösung, die globale Point-of-Interest-Daten (POI) direkt in Google Cloud BigQuery als analysebereite Datensätze bereitstellt.

Doch wie lässt sich dieses Produkt in bestehende Data-Science-Pipelines integrieren und welcher geschäftliche Mehrwert entsteht in der Praxis? Wir haben die wichtigsten Fragen rund um Architektur, Datenschutz und Wirtschaftlichkeit im Gespräch mit Philipp Lauser, unserem Customer Engineer für Google Maps, analysiert.

Philipp Lauser ist Geo-Enthusiast und Customer Engineer für die Google Maps Platform bei Ubilabs. Er begleitet unsere Kunden von der ersten Idee über technische Machbarkeitsprüfungen und Lizenzierungsfragen bis hin zur erfolgreichen Implementierung.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Places Insights und modernen räumlichen Datenanalysen. Er verantwortet das technische Enablement sowie maßgeschneiderte Proof of Concepts (PoCs) und unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Fragestellungen in präzise, datengestützte Markt- und Standortanalysen zu übersetzen.

Worin liegt der Unterschied zwischen der Google Places API und dem neuen Datenprodukt Places Insights?

Der Kernunterschied liegt im Einsatzzweck, der technischen Architektur und letztlich auch in den Nutzungsbedingungen:

Die Places API ist für punktuelle, transaktionale Echtzeit-Abfragen innerhalb von Webseiten und Applikationen konzipiert, etwa für Filialfinder oder die Adress-Autovervollständigung im Checkout. Sie ist weder dafür gedacht, strukturierte Daten zu Orten massenhaft abzufragen, noch erlaubt Google es laut Terms, diese Daten abzuspeichern (Caching), um diese im Nachgang zu analysieren.

Places Insights ist Googles offizielle Antwort auf diese Kundenbedürfnisse. Es wurde entwickelt, um POI-Daten erstmals lizenzkonform und massenhaft für strategische Analysen verfügbar zu machen. Unternehmen rufen hier keine Rohdaten einzelner Standorte ab, sondern evaluieren die Anzahl, Dichte  und die strukturellen Merkmale von tausenden Orten gleichzeitig, um diese direkt in BigQuery sicher mit den eigenen Daten zu verschneiden.

Wie detailliert und aktuell ist das Datenmaterial von Places Insights?

Standortdaten sind extrem dynamisch. Traditionelle Branchenregister hinken realen Marktveränderungen oft Monate hinterher. Google löst diese Herausforderung durch eine kontinuierliche und direkte Aktualisierung  Basis dafür sind ein globales Netzwerk von über zwei Milliarden monatlich aktiven Nutzer:innen, strategische Datenpartnerschaften und direkte Updates der Unternehmen über ihre Google Business Profile. Für Places Insights bedeutet das: Die Datenbasis wird monatlich aktualisiert. Sie umfasst weltweit über 300 Millionen Einträge, aufgeteilt in rund 480 spezifische Ortstypen. Angereichert werden die Daten mit über 70 detaillierten Attributen. Das Spektrum reicht von Öffnungszeiten, Preisniveaus und durchschnittlichen Ratings über Merkmale wie Barrierefreiheit und Bezahlmethoden bis hin zur exakten Steckeranzahl und Leistung an E-Ladesäulen. 

Als offizieller Google Premium Partner hatten wir bei Ubilabs die Gelegenheit, die Technologie im Vorfeld zu testen und die offizielle Demo zur Einführung von Places Insights zu entwickeln.

Offizielle Demo testen

Erhalten Unternehmen mit Places Insights klassische, unaufbereitete POI-Listen für den Export?

Nein, das Produkt liefert bewusst keine klassischen Rohdaten, sondern datenschutzkonforme, statistisch aggregierte Datensätze für makro- und mikroräumliche Analysen. Für erweiterte Workflows enthält das Dataset jedoch neben dem reinen Count auch die Place ID der jeweiligen Orte. Diese ID fungiert als universeller Schlüssel. Analyst:innen können damit im Nachgang über die standardmäßige Places API gezielt tiefere Objektdetails für spezifische Standorte abrufen, um beispielsweise Plausibilitäts-  oder Detail-Prüfungen durchzuführen.

Wie wird bei Places Insights die DSGVO-Konformität gewährleistet?

Hier bietet das Produkt einen entscheidenden Vorteil für die Enterprise-Compliance. Die Nutzung von Places Insights ist zu 100 % DSGVO- und nutzungskonform (ToS-compliant). Der Abgleich erfolgt über sogenannte BigQuery Data Clean Rooms. Das bedeutet in der Praxis: Sensible Unternehmensdaten wie interne CRM-Daten oder lagespezifische Umsatzzahlen verlassen zu keinem Zeitpunkt die geschützte Cloud-Umgebung des Kunden. Die Verschneidung mit den Google-Daten findet rein statistisch und aggregiert über frei definierbare geografische Gebiete wie Kreise, Regionen oder mathematische Polygone statt. Es werden keine Rohdaten an externe Parteien exponiert.

  • Dank Data Clean Rooms bleiben sensible Unternehmensdaten geschützt, während gleichzeitig hochpräzise geografische Erkenntnisse gewonnen werden. Das löst das klassische Dilemma zwischen Analytics-Tiefe und Data Compliance.

    Philipp Lauser, Customer Engineer für Maps, Ubilabs

Wie genau sieht ein typischer Workflow innerhalb dieser Data Clean Rooms in der Praxis aus?

Betrachten wir das Szenario des Expansionsmanagements im Retail-Sektor. Ein Unternehmen lädt die genauen Geokoordinaten und Umsatzkennzahlen aller bestehenden Filialen in seinen BigQuery Data Clean Room. Über Places Insights werden nun die Dichte der Wettbewerber, die Verteilung komplementärer Infrastrukturen und das durchschnittliche Preisniveau der jeweiligen Viertel hinzugefügt. Der Data Clean Room berechnet daraus ein statistisches Vorhersagemodell für potenzielle neue Standorte, ohne dass sensible interne Zahlen an Google oder Dritte übertragen werden.

Places Insights wird über eine jährliche Subscription lizenziert, was rund 40.000 Euro entspricht. Für welche Zielgruppen amortisiert sich dieses Modell?

Dieses Lizenzmodell ist für Unternehmen, Institutionen und Geomarketing-Spezialisten konzipiert, die strategische Standortanalysen in großem Umfang und kontinuierlich durchführen. Der wesentliche wirtschaftliche Vorteil liegt darin, dass es sich um eine Flatrate handelt. Für Data-Science-Teams entfällt damit das Risiko unvorhersehbarer Kosten, die bei klassischen Pay-as-you-go-Modellen durch massenhafte API-Aufrufe entstehen können. Dies schafft Freiheit bei der explorativen Datenanalyse und ermöglicht es zudem, eigene, proprietäre Scoring-Systeme, Workflows oder Datenprodukte stabil darauf aufzubauen.

In welchen Regionen ist das Produkt einsetzbar?

Places Insights bietet eine umfassende globale Abdeckung von derzeit über 50 Ländern. Darunter fallen die europäischen Kernmärkte der DACH-Region ebenso wie wichtige internationale Märkte, beispielsweise die USA, Großbritannien oder Japan. Ein entscheidender Vorteil für international agierende Unternehmen ist die konsistente Datentaxonomie: Ein Analysemodell, das für den Heimatmarkt entwickelt wurde, lässt sich mit minimalem Anpassungsaufwand sofort auf neue Auslandsmärkte skalieren, da das Datenschema weltweit identisch bleibt.

Geodatenanalyse ohne Kompromisse

Nutzen Sie den weltweit umfassendsten Standort-Datensatz von Google Maps für Ihre strategischen Analysen. Skalierbar, sicher und immer auf dem aktuellsten Stand.

Benefits von Places Insights entdecken

Können Unternehmen die Datenbasis evaluieren, bevor sie sich langfristig binden?

Der Einstieg ist sehr transparent gestaltet. Google ermöglicht es Unternehmen, im Rahmen einer Testphase kostenfrei auf Demodatensätze der jeweiligen Hauptstädte zuzugreifen, um erste Abfragen und Modelle zu validieren. Ubilabs unterstützt hier vollumfänglich von Beginn an. Als Google Cloud Premium Partner begleiten wir Kunden in Discovery Workshops zur Use-Case-Schärfung, übernehmen das technische Dataset Enablement für die BI-Teams und steuern im nächsten Schritt die Durchführung eines maßgeschneiderten Proof of Concept (PoC) mit echten Datensätzen.

Welche Tools können für die Datenvisualisierung genutzt werden, und ist man dabei an das Google-Ökosystem gebunden?

Es besteht keinerlei Bindung an ein geschlossenes Ökosystem. Da die Daten nativ in Google Cloud BigQuery bereitgestellt werden, harmonieren sie selbstverständlich optimal mit Google-Lösungen wie Looker, BigQuery ML oder der Gemini Enterprise Agent Platform. BigQuery verfügt jedoch über leistungsstarke, native Konnektoren zu allen marktführenden BI- und GIS-Tools. Analysten können die Datenquelle somit direkt an Plattformen wie Tableau, CARTO oder ArcGIS anbinden. Die Abfrage erfolgt in Echtzeit direkt an der Quelle, ohne dass Daten manuell exportiert oder verschoben werden müssen.

Mehr zu Google Places Insights

Sie möchten mehr über Places Insights erfahren? Informieren Sie sich auf unserer Places Insights Produktseite zu den wichtigsten Benefits und geeignetsten Use Cases oder vereinbaren Sie direkt einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch mit unserem Maps-Team.

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